{"id":215,"date":"2019-04-05T16:58:12","date_gmt":"2019-03-25T13:18:06","guid":{"rendered":"https:\/\/scharrelmann.com\/downtoearth-2\/"},"modified":"2019-06-03T09:37:40","modified_gmt":"2019-06-03T07:37:40","slug":"ordnungausdemchaos","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/scharrelmann.com\/en\/ordnungausdemchaos\/","title":{"rendered":"ordnungausdemchaos"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":9,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"class_list":["post-215","page","type-page","status-publish","hentry"],"grid":"{\r\n  \"colCount\": 12,\r\n  \"colGutter\": 1,\r\n  \"rowGutters\": [\r\n    4\r\n  ],\r\n  \"frameMargin\": 2,\r\n  \"topFrameMargin\": 2,\r\n  \"bottomFrameMargin\": 5,\r\n  \"rowAttrs\": [\r\n    {},\r\n    {}\r\n  ],\r\n  \"bgColor\": null,\r\n  \"cont\": [\r\n    {\r\n      \"type\": \"stack\",\r\n      \"cont\": [\r\n        {\r\n          \"type\": \"text\",\r\n          \"cont\": \"<h1 class=\\\"_NAVIGATION\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><a href=\\\"https:\/\/scharrelmann.com\/texte\/\\\" data-type=\\\"page\\\" data-id=\\\"192\\\" data-title=\\\"TEXTE\\\">\u2039 ordnung aus dem chaos<\/a><\/h1>\",\r\n          \"align\": \"top\",\r\n          \"row\": -1,\r\n          \"col\": 0,\r\n          \"colspan\": 6,\r\n          \"offsetx\": 0,\r\n          \"offsety\": 0,\r\n          \"spaceabove\": 0,\r\n          \"spacebelow\": 2,\r\n          \"yvel\": 1,\r\n          \"push\": 0,\r\n          \"relid\": 4\r\n        },\r\n        {\r\n          \"type\": \"img\",\r\n          \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/JS_062.jpg\",\r\n          \"align\": \"middle\",\r\n          \"row\": -1,\r\n          \"col\": 0,\r\n          \"colspan\": 6,\r\n          \"offsetx\": 0,\r\n          \"offsety\": 0,\r\n          \"spaceabove\": 0,\r\n          \"spacebelow\": 0,\r\n          \"yvel\": 1,\r\n          \"push\": 0,\r\n          \"relid\": 109,\r\n          \"attid\": 136,\r\n          \"sizes\": {\r\n            \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/JS_062.jpg\",\r\n            \"_1280\": \"\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/JS_062-1280x1706.jpg\",\r\n            \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/JS_062-1024x1364.jpg\",\r\n            \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/JS_062-768x1023.jpg\",\r\n            \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/JS_062-512x682.jpg\",\r\n            \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/JS_062-265x353.jpg\"\r\n          },\r\n          \"ar\": 1.3324450366422385,\r\n          \"alt\": \"\",\r\n          \"caption\": \"<p class=\\\"_SUBTITLE\\\">ELEUSYS I 2007<\/p>\"\r\n        }\r\n      ],\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 0,\r\n      \"col\": 0,\r\n      \"colspan\": 6,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 59\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p class=\\\"_Copytext\\\">(English version below)<\/p><p class=\\\"_Copytext\\\">In ihren gattungs\u00fcbergreifenden Metamorphosen lassen sich die Werke von Jan Scharrelmann nicht ohne weiteres \u00e4sthetischen Kategorien zuordnen. In den ungegenst\u00e4ndlichen Bildern und Skulpturen der Werkreihe \\\"Enter Eleusys\\\" werden Pigmente \u2013 in Epoxydharz fixiert \u2013 auf eine plane Fl\u00e4che gegossen, mit einer stabilisierenden Schicht \u00fcberzogen und, einmal ausgeh\u00e4rtet, von der Bodenplatte abgezogen. Das Bild baut sich in einem umgekehrten Malprozess auf, wird erst durch Trennung von Membrane und Harzschicht sichtbar. Insofern lassen sich die schichtweise aufgebauten Bilder als negative Malerei bezeichnen. Wird das Bild kraft seiner eigenen Statik jedoch im Raum aufgestellt und die vermeintliche R\u00fcckwand zu einer k\u00f6rperhaften, den Raum umschlie\u00dfenden Form, kippt die Fl\u00e4che in die dritte Dimension.<br \/><br \/>Jan Scharrelmanns Kosmogonien tragen ungew\u00f6hnliche Titel. Hinter den Namen antiker Gottheiten verbirgt sich mehr als eine assoziative Erz\u00e4hlbr\u00fccke. Eros, Thanatos und Hypnos, Gott der Liebe, personifizierter Tod und sein Bruder, Gott des Schlafes, bergen wie Ovids Dichtkunst eine Ganzheit, in der sich ein St\u00fcck Ewigkeit spiegelt. In den Zerrbildern der spiegelnden Oberfl\u00e4chen macht der Betrachter die Erfahrung des auf-sich-zur\u00fcckgeworfen-Seins. Diese basiert formal auf der Frontalit\u00e4t der Bilder, inhaltlich auf ihrer wesentlichen Leere. Die Leere, nach Baudrillard formalisiertes Zeichen des Raumes, l\u00e4sst Materie atmen, sich bewegen und interagieren. In den schwarz spiegelnden Fl\u00e4chen der gro\u00dfformatigen Bilder verlockt sie geradezu.<br \/><br \/>Die monumentale Werkreihe offenbart ein alchimistisches Ansinnen im doppelten Sinne. Die wei\u00dfen Interferenz-Pigmente entfalten ihre eigentliche Leuchtkraft erst vor einem Licht absorbierenden Hintergrund. Je nach Blickwinkel \u00e4ndern sie ihre Farbigkeit. In Anspielung auf die Eleusinischen Mysterien des antiken Griechenland stellt Jan Scharrelmann die provokante These auf, Kunst als Erfahrungsm\u00f6glichkeit, als Initiation zu verstehen, \u00e4hnlich der geheimen Weiheriten, durch die man glaubte, an der g\u00f6ttlichen Macht teilzuhaben.<br \/>In ihrer Spiritualit\u00e4t sind die Bildkonstruktionen von Jan Scharrelmann mit Yves Kleins Vorstellung von Leere und Reinheit vergleichbar. Dieser setzte die sensibilisierende Kraft des Pigments ein, um Raum sinnlich erfahrbar zu machen. Hinter Yves Kleins formalem Purismus verbarg sich der Glaube an eine erl\u00f6sende Kraft, die bei Jan Scharrelmann von einem Realit\u00e4tsbewusstsein im Hier und Jetzt verankert wird und eine diesseitige Erfahrung er\u00f6ffnet. Makel wie Dellen und \u203afehlerhafte\u2039 Pigmentspuren sind Abdr\u00fccke einer in ihren Br\u00fcchen und Unzul\u00e4nglichkeiten erlebten Gegenwart, an der sich das Bild letztlich misst.<br \/><br \/>\\\"Enter Eleusys\\\" verbindet sich in den Bildern Eros und Thanatos mit dem Mythos von Demeter und ihrer Tochter Persephone, deren R\u00fcckkehr aus dem Hades in die Welt der Lebenden in den Mysterien von Eleusis gefeiert wurde. Ihre Wiedergeburt steht symbolisch f\u00fcr die Wiedergeburt allen Lebens. Auf dieses tiefere Naturverst\u00e4ndnis rekurriert die erotisch-sinnliche Farbstimmung der Bilder von Jan Scharrelmann. Die milchig ros\u00e9 bis leuchtend violetten Splashes und eruptiven Erg\u00fcsse von Eros und Thanatos ereignen sich vor einem unendlichen, nahezu lichtlosen Raum, der in Bereichen in dunkles Gr\u00fcn changiert.<br \/>Die ekstatische Materie-Lache \u00e4ndert nicht nur ihre Farbtonalit\u00e4ten, auch ihr Aggregatzustand scheint einem st\u00e4ndigen Wandel unterworfen. Eine reliefartige Oberfl\u00e4chenstruktur, die nach hinten in die Leere des orbitalen Raumes ragt, assoziiert planetare Gesteinsformationen. In ihrer Fluoreszenz wirken die Farbverl\u00e4ufe wiederum wie elektrisch geladenes Plasma des Polarlichts. Insofern haben die gestochene Sch\u00e4rfe und intensive Leuchtkraft der Bilder von Jan Scharrelmann einen direkten Bezug zu medialen Alltagswelt und ihren elektronischen Fetischen.<br \/><br \/>Anders als die Bilder ist die frei im Raum stehende Skulptur Hypnos in einem all-over angelegt. \u00dcber die gesamte Fl\u00e4che verteilt, l\u00e4sst die von Gr\u00fcn ins Blau changierende Pigmentierung an ozeanische Str\u00f6mungen denken. Auch wenn hier der antike Mythos mitschwingt \u2013 der Legende nach wohnte Hypnos in einer H\u00f6hle, durch die die Wasser des Lethe, des Stromes des Vergessens, flossen \u2013, verhandelt die Skulptur an sich das Verh\u00e4ltnis der Bildfl\u00e4che zum Raum. Gravitationskr\u00e4fte konkurrieren mit statischen Kr\u00e4ften, so dass die Torsion an der \u00e4u\u00dferen Kr\u00fcmmung ein Beschleunigungsfeld erzeugt. Das Auge gleitet haltlos an dessen spiegelnder Oberfl\u00e4che entlang. Die innere Kr\u00fcmmung ist hingegen wenig elaboriert. Rau und schwarz umh\u00fcllt die Fl\u00e4che ein in sich ruhendes Volumen, schafft einen introvertierten Raum der Stille.<br \/>In Avaton, griechisch \u203aunzug\u00e4nglich\u2039, dem goldenen Monolithen, findet Hypnos seinen Widerpart. Die Plastik erscheint in ihrer Kompaktheit und der chromatierten Oberfl\u00e4che wie ein heiliger Gral. Insofern finden wir hier den Konnex zu Jan Scharrelmanns vorhergehender Werkreihe The Golden Chalice, in der Styropor als Bildtr\u00e4ger eine zentrale Rolle spielte. Riffelungen und helle, kugelf\u00f6rmige Verunreinigungen deuten noch auf diesen Werkstoff hin, den reines Pigment und Epoxydharz \u2013 hier nun in blockhafter Verdichtung \u2013 abgel\u00f6st haben.<br \/><br \/>Heike van den Valentyn, 2007<\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 0,\r\n      \"col\": 6,\r\n      \"colspan\": 6,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 998\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<h1 class=\\\"_NAVIGATION\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><a href=\\\"https:\/\/scharrelmann.com\/texte\/\\\" data-type=\\\"page\\\" data-id=\\\"192\\\" data-title=\\\"TEXTE\\\">\u2039 ordnung aus dem chaos<\/a><\/h1>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 1,\r\n      \"col\": 0,\r\n      \"colspan\": 6,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 7\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<h1 class=\\\"_NAVIGATION\\\">^ TOP<\/h1>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 1,\r\n      \"col\": 6,\r\n      \"colspan\": 6,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 8,\r\n      \"isscrolltotop\": true\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/scharrelmann.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/scharrelmann.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/scharrelmann.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/scharrelmann.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/scharrelmann.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=215"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/scharrelmann.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/215\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/scharrelmann.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}